| Baujahr | 1925 |
| Hersteller | Krauss / BMS |
| Fabrikationsnummer | 8134/24 |
| Achsfolge | (1´B)(B1`) |
| Gattung | |
| Bauart | EG |
| Eigentümer | DB Museum Nürnberg |
| Museumsfahrzeug seit | 1971 |
Dieses Fahrzeug wurde im Jahre 1925 von den Firmen Krauss, München, - Fahrzeugteil, Fa.-Nr. 8134/24 - und den Bergmann-Elektizitäts-Werken, Berlin, - elektrische Ausrüstung, Fa.-Nr. 37/24 - gebaut. Sie ist eine (1´B) (B´1)- Gelenklokomotive mit zwei Triebgestellen und einem dreiteiligen Lokomotivkasten. Als Kraftübertragung dient der Schrägstangenantrieb Bauart Winterthur. Der auf der Mittelbrücke untergebrachte Haupttransformator (Nr. 606021) verfügt über einen zwangsweisen Ölumlauf. Die Stromabnehmer sind vom Typ SBS 10, "hohe Bauart" und der Hauptschalter ist ein Ölschalter Typ "BO". Die Sicherheitsfahrschaltung von BBC ist wegabhängig. Der Beschaffungspreis betrug 1925 72225,- RM für den Fahrzeugteil und 211579,- RM für die elektrische Ausrüstung. Die zulässige Höhstgeschwindigkeit der Lokomotive beträgt 65 Km/h. Die Leistungsdaten werden unterschiedlich angegeben:
Technische Daten
| Länge über Puffer | ( mm ) | 16250 |
| Gesamtachsstand | ( mm ) | 12100 |
| Treibraddurchmesser | ( mm ) | 1400 |
| Höhe über SO | ( mm ) | 3798 |
| Dienstmasse, volle Vorräte | ( t ) | 113 |
| großte Geschwindigkeit | ( km/h ) | 65 |
| Motor | BMS 700 - 20 | |
| Dauerleistung | ( Ps ) | 2175 |
| Größte Anfahrzugkraft | ( kN ) | 235 |
| Dauerzugkraft | ( kN ) | 122 |
| Bremse | Druckluftbremse | |
| Achslast | ( t ) | 19 |
| Spurweite | ( mm ) | 1435 |
Als EG 3 22010 kam die Lokomotive Anfang 1925 in München zum Betriebseinsatz. Als zu Beginn der 30 Jahre die Elektrifizierung der DRG Augsburg und Stuttgart erreichte, Wurde sie nach Augsburg umstationiert. Dort verblieb die Maschine bis 1943/44. Süddeutsche Lokomotiven dieser Baureihe wurden dann gegen mitteldeutsche Lokomotiven der Baureihe E 75 ausgetauscht. Die E 77 10 kam zum Bahnbetriebswerk Bitterfeld und war dort vorwiegend im Güterzugdienst nach Leipzig-Engelsdorf und Magdeburg-Rothensee eingesetzt. Zum Kriegsende war die Lokomotive unbeschädigt und bis zur Einstellung des elektrischen Zugbetriebes im Frühjahr 1946 in Betrieb. Die E 77 10 gehörte zu den der DDR 1952/53 von der UDSSR zurückgegebenen elektrischen Lokomotiven. Um den stehenden Lokomotivbedarf zu decken, wurden 1959/60 im Raw Dessau auch 10 Lokomotiven der Baureihe E 77 wieder aufgearbeitet. Zu diesen Lokomotiven gehörte die am 27.April 1960 fertiggestelte E 77 10. Nach ihrer Abnahmefahrt auf der Strecke Dessau - Bitterfeld wurde sie ab 28.April 1960 im Bahnbetriebswerk Magdeburg - Buckau stationiert. Am 21.Oktober 1963 wurde die Lok zum Bw Leipzig - Wahren übernommen, wo sie bis 25.Oktober 1964 beheimatet blieb. Anschließend dem Bw Bitterfeld zugeordnet, kam die Maschine am 4.Dezember 1966 wieder zum Bw Leipzig - Wahren. Bis Ende Mai 1967 war sie dann dort noch im Zugdienst eingesetzt. Bis dahin erreichte die E 77 10 eine Laufleistung von nahezu 200 000 km.
Im Herbst 1967 löste die E 77 10 die auf dem Bahnhof Halle (Saale) als Transformatorenstation für Weichenheizung eingesetzte E 05 103 ab. Im Frühjahr 1969 wurde die Lok dann für museale Zwecke abgestellt und Anfang 1971 dem Verkehrsmuseum Dresden als Museumslokomotive übergeben. Anläßlich des XVIII. MOROP - Kongresses im August 1971 in Dresden wurde sie dann erstmals öffentlich auf der Fahrzeugaustellung in Radebeul Ost ausgestellt.



