Sächsische Zeitung vom 15.02.2011
von Peter Hilbert
Dach vom Lokdepot droht einzustürzen
• Südvorstadt-West
Die Technikausstellung des Verkehrsmuseums an der Zwickauer Straße bleibt zum Dampfloktreffen geschlossen.
Dem Dresdner Dampfloktreffen droht ein herber Rückschlag. Das Verkehrsmuseum will sich nicht an dem vom 1. bis 3. April stattfindenden Fest beteiligen. Der schwere Schnee hat das Dach des Lokschuppens 4 im Gelände des früheren Bahnbetriebswerks (BW) Dresden-Altstadt an der Zwickauer Straße so stark beschädigt, dass an einigen Stellen akute Einsturzgefahr besteht. Das hat ein Gutachten ergeben, das dem Museum seit Kurzem vorliegt. Somit können keine Besucher das in diesem Lokschuppen untergebrachte Eisenbahn- und Nutzfahrzeugdepot besichtigen, teilt Museumssprecherin Martina Richter mit. Dort stehen 40 alte Dampf-, Diesel- und Elektrolokomotiven und Waggons darunter ein Güterwagenuntergestell von 1845. Zudem hat das Museum Lkws, Busse, einen Standseilbahnwagen, Pkws und Polizeifahrzeuge eingelagert. An der benachbarten Lokwerkstatt war zwar das Dach schon repariert worden. Durch den harten Winter sind jetzt der Museumssprecherin zufolge aber Teile der Fassade absturzgefährdet. Deshalb kann auch dieser Komplex nicht von Besuchern besichtigt werden. Das Verkehrsmuseum hat die Gebäude von der Bundesbehörde Bundeseisenbahnvermögen gemietet. Sie hat nach der Bahnprivatisierung nicht mehr genutzte Immobilien übernommen. Der Eigentümer sehe sich bis zum Dampfloktreffen nicht mehr in der Lage, die desolaten Bereiche zu sanieren. "Uns hat die Nachricht schockiert", sagt Jörg Baumgärtel. Vorsitzender der Interessengemeinschaft BW Dresden Altstadt. Sein Verein organisiert das II. Dampfloktreffen, zu dem 2010 über 10000 Gäste kamen. Bleiben das Museumsdepot und die alte Lokwerkstatt geschlossen, steht nur noch die Hälfte der Ausstellungsfläche zur Verfügung, kann ein großer Teil der alten Technik nicht besichtigt werden. "Wir versuchen aber noch, eine Lösung hinzubekommen", sagt der Vereinschef. Dafür wollen er und seine Mitstreiter kämpfen. Vielleicht könnte Technik auf Außenflächen vorm Depot ausgestellt werden. Die Vereinsmitglieder würden auch bei einem Arbeitseinsatz mit anpacken, um die desolate Fassade der Lokwerkstatt zu sichern. "Das Dampfloktreffen wird aber auf jeden Fall stattfinden", versichert Baumgärtel. Öffnet das Depot nicht, wäre eins jedoch klar. Die Besucher müssen wegen der Einschränkung erhebliche Wartezeiten in Kauf nehmen.
(Peter Hilbert)
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Sächsische Zeitung vom 08.02.2011
Dampflok soll mit Muskelkraft wieder fahren
Von Birgit Holthaus
Die Weltmeisterschaft im Dampflokschieben soll Geld einspielen, damit die Lok restauriert werden kann.
Wer will Weltmeister im Dampflokschieben werden? Fünf Mannschaften aus ganz Europa haben sich schon zu diesem Turnier am ersten April-Sonntag angemeldet. Es ist einer der Höhepunkte beim dritten Dresdner Dampfloktreffen vom 1. bis 3. April im Bahnbetriebswerk Altstadt. Dabei sollen Teams mit 14 Teilnehmern eine 64 Tonnen schwere Lokomotive in Bewegung bringen. Die 1902 gebaute, fahruntüchtige Dampflok soll mit der Spendenaktion „Ich will wieder dampfen“ wieder flottgemacht werden.
Dampflok soll mit Muskelkraft wieder fahren
Veranstalter Jörg Baumgärtl von der Interessengemeinschaft Betriebswerk Dresden-Altstadt rechnet insgesamt mit rund 15.000 Besuchern, im Vorjahr waren es bereits über 10.000 Gäste gewesen. Eisenbahn-Fans aus Großbritannien wollen sogar mit einem eigenen Sonderzug anreisen. Auch aus Österreich, der Schweiz, Tschechien und Polen haben sich bereits Besucher angekündigt. 31 Dampfloks sind bisher zum Treffen verbindlich angemeldet. Sie kommen aus den Depots des Verkehrsmuseums, aus Chemnitz, Leipzig und Löbau, aus dem thüringischen Meiningen und dem bayrischen Nördlingen. Auch Dieselloks aus DDR-Reichsbahn-Zeiten sollen zu sehen sein. Im Hauptbahnhof wird zudem der Schnelltriebwagen „Vindobona“ ausgestellt, der einst die Strecke von Berlin nach Wien bediente. Eine historische Güterzuglok soll bei Sonderfahrten über die Tharandter Steilstrecke nach Klingenberg-Colmnitz zeigen, was sie noch so drauf hat. In eine andere Richtung gehen Sonderzüge zur Radeberger Brauerei, dortige Verkostung inklusive. Eine neue Kontaktbörse soll Bahntechnik-Firmen und Nachwuchskräfte zusammenbringen, „schließlich ist Sachsen ja auch das Land der Bahn-Ingenieure“, sagte Koordinatorin Gesine Müller von der Verbundinitiative Bahntechnik Sachsen. Für Familien gibt es an diesen drei Tagen ebenfalls ein umfangreiches Freizeit-Angebot rund um die Dampflok.
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Dresdner Morgenpost 18.12.2010
Rettung in letzter Minute: fünf Dachdecker und eine Eisenbahner schippten knapp fünf Stunden die Schneemassen vom Dach des Dampflokmuseums
Dachdecker machten mit den Schippen Dampf
Das war knapp: Beinahe wäre das Dach des Dampflokmuseums unter rund 150 Kubikmeter Schnee eingebrochen (Morgenpost berichtete). Doch die Eisenbahnfans machten Dampf.
Die Lage war prekär. Schneemassen und Verwehungen wurden bedrohlicher, doch Geld zur Räumung fehlte. In letzter Minute kam die rettende Unterstützung. Zum Sondertarif, „für den guten Zweck“, wie Symbiobau-Chef Jens Werner (50) sagte, schickte er nach Begutachtung der Holz und Dachpappenkonstruktion der 30 mal 60 großen Fläche gestern früh fünf Dachdecker mit Schippen vorbei. Gemeinsam mit Vereinschef Jörg Baumgärtel (48) befreiten sie das Flachdach knapp fünf Stunden lang von 40 Zentimetern Schneeschicht und ein Meter hohen Verwehungen. „Wenn es wieder eng wird kommen wir natürlich wieder“, so Werner.
Für heute wird anderer Besuch erwartet: eine Dampflok aus Berlin und eine aus Leipzig. Beide kommen auf der Durchreise zum Wassertanken ins Museum. (am)
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Dresdner Morgenpost 17.12.2010
Gestern griff der Dampflok-Vereinsvorsitzende Jörg Baumgärtel schon selbst zum Schneeschieber: Denn zur Rettung der tonnenschweren Loks muss der tonnenschwere Schnee möglichst schnell vom Dach
Schnee! Dampflokmuseum droht Dacheinbruch
Das Dampflokmuseum ist in“ Schneenot“ geraten. Dort, wo sonst die Heizer Kohle schaufeln, muss dringend Schnee geschippt werden- Das Dach droht einzustürzen. Unter Volldampf suchten die „Lokführer“ gestern nach professioneller Hilfe.
Die Schneemassen türmten sich auf dem 30x60 Meter großen Flachdach, hinter dem Oberlichtaufbau ragt das kühle Weiß als Verwehung hervor.“ Es knirscht schon“, so der Dampflok-Vereinsvorsitzende Jörg Baumgärtel. Unter der Holz- und Dachpappenkonstruktion lagert ein von ihm auf etwas einen Million Euro geschätzter Wert: sieben historische Loks, die älteste von 1902, sowie zwei Vitrinen mit wertvollen Modellen.
„Geld für eine teuere Räumung können wir nicht aufbringen“, so Baumgärtel, denn allein zu Bewirtschaftung des Lokschuppens müssten jährlich 25000Euro aufgebracht werden. Nur die Hälfte davon erwirtschaftet der Verein über das Jährliche Dampflok-Treffen.“ Jede außergewöhnliche finanzielle Belastung ist kritisch (am)
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Sächsische Zeitung vom 14.12.2010
Verein restauriert Museumslok
• Südvorstadt-West
Von Sarah Reichelt
Das Eisenbahnmuseum bereitet das dritte große Dampfloktreffen vor. Dafür wird auch das Bistro im Erdgeschoss vergrößert
Die Mitglieder des Eisenbahnvereins bringen derzeit die 40 Jahre alte Dampfspeicherlok auf Vordermann. Die Leihgabe des Dresdner Verkehrsmuseums soll zum dritten Dresdner Dampfloktreffen am 1. April ausgestellt werden. "Bis jetzt wurde unsere Lok komplett entrostet und mit einem Rostschutzmittel behandelt", sagt Claus Rost, der zweite Vorsitzende des Vereins Bahnbetriebswerk Dresden-Altstadt. Im Winter soll dann das Fahrwerk aufbereitet werden, damit die acht Meter lange Lok im Frühjahr 2011 frisch lackiert werden kann.
Die sogenannte „Feuerlose" muss vor der Inbetriebnahme mit Wasserdampf betankt werden und erzeugt nicht wie andere Dampfloks ihre Energie durch die Verbrennung von Kohle.', oder anderen Brennstoffen. Damit kann die Dampfspeicherlok besonders gut in explosionsgefährdeten Umgebungen, wie zum Beispiel in der chemischen Industrie, eingesetzt werden.
Aber nicht nur die Dampfspeicherlok bekommt eine Verjüngungskur. Auch das Vereinshaus auf der Zwickauer Straße 86 wird umgebaut. Im unteren Stockwerk soll das bisher sehr kleine Bistro erweitert werden. "Mit dem Umbau haben wir auf die Anfragen mehrerer Familien reagiert. Sie haben sich gewünscht, hier ihre Kindergeburtstage auszurichten", sagt Claus Rost. "Um die Fläche für die Gäste zu vergrößern, haben wir bereits eine Wand herausgerissen."
Vor etwa einem Monat fingen die Umbauarbeiten an. Gerade sind zwölf Mitglieder des Vereins dabei, die Wände zu fliesen und eine neue Decke einzuziehen. Danach wird die Schankanlage eingebaut. "Wir wollen unbedingt bis zum Dampfloktreffen fertig werden. An dem Wochenende erwarten wir rund 10000 Besucher", erklärt Vereinsmitglied Thoralf Köhler.
Das Vereinshaus hat aber noch mehr zu bieten. Im oberen Ausstellungsraum erfahren Museumsbesucher etwas über die Geschichte des Dampflok-Bahnbetriebswerks. Kleine Gäste können sich hingegen über. die Modelleisenbahn freuen. Vor zwei Jahren hatte sie ein Vereinsmitglied zur Verfügung gestellt. Nun können die Kinder sie selbst bedienen.
(Sarah Reichelt )



